Freie Rede: der gelungene Einstieg

In dem Moment, in welchem Sie als Redner erscheinen, haben Sie fast 100 Prozent der Aufmerksamkeit. Es gilt, diese zu halten. Das gelingt mit einer perfekten Begrüßung. 

Lerntipp: Wer schreibt, der bleibt

Aufmerksamkeit halten - oder auch verlieren

So verlieren Sie die Aufmerksamkeit garantiert:

Begrüßungsfloskeln

Den Klassiker stellt die Vorstellung der Person und des Themas dar:

»Guten Abend, meine Damen und Herren. Mein Name ist ..., das Thema ist ...«

Das ist nicht einmal informativ. Die meisten Zuhörer im Saal wissen, warum sie der Veranstaltung beiwohnen. Beginnen Sie Ihre Rede mit einer Aufzählung an bereits bekannten Informationen, ist die Langeweile vorprogrammiert. Folgt nicht sofort ein sogenannter Eisbrecher, ist die Aufmerksamkeit des Publikums verloren.

Erscheint in diesem Moment im Hintergrund noch eine Power-Point-Folie, versehen mit einem Willkommensgruß oder - noch schlimmer - mit großer Textfülle, wird Ihr Vortrag im Nirwana und nicht in den Köpfen der Gäste landen.

Doch damit nicht genug. Wie oft wird diese Begrüßungsformel

»Vielen Dank, dass Ihr so zahlreich erschienen seid«

angewandt?

Mit Ausnahme von Menschen, die eine Persönlichkeitsspaltung haben, kann niemand zahlreich erscheinen!

So gewinnen Sie Aufmerksamkeit

Geschichten

Erzählen Sie Geschichten, die berühren. Diese Geschichten sollten einen Bezug zum Thema haben, vielleicht eine Metapher darstellen.

Ich persönlich versuche stets, komplizierte Ereignisse zu vereinfachen. Dies gelingt mir, indem ich persönliche Situationen zum Vergleich nehme. Weltprobleme finden im Kleinen in der Ehe statt. Bildungsthemen sind oft als Sandkasten-Spiele bei Kleinkindern auf dem Spielplatz zu beobachten.

Sie müssen sich lediglich Gedanken machen, mit offenen Augen durchs Leben gehen und vor allem beobachten. Allein so bereiten Sie Ihre Rede vor - ja, Reden sollten vorbereitet sein.

Zitate

Verwenden Sie ruhig Zitat. Doch bitte zitieren Sie richtig und gehen Sie vor allem natürlich mit Zitaten um.

Nicht so:

"Meine Damen und Herren, ich zitiere ein Bonmot unserer Ihnen all bekannten Kanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel, welche einst die Worte

»Wir schaffen dass!«

ins Leben ruf, um ...."

Wenn Sie nicht stets in diesem Duktus reden - »Bonmot«, »einst« -, sollten Sie diesen Stil auch beim Zitieren lassen. Noch dazu wurde falsch zitiert. Der Satz stammt - wie Ihnen jedes Kind bestätigen kann- von Bob, der Baumeister.

Zeigarnick-Effekte nutzen

Beim Zeigarnick-Effekt bleibt immer ein ungeklärter Schluss. Erzählen Sie Ihre Geschichten stets so, dass immer ein kleines Geheimnis offen bleibt. Diese Spannung hält die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Sie möchten wissen, wie es weitergeht. Sie bilden eigenständig in ihren Köpfen Lösungsansätze. So bleibt die Rede in Erinnerung.

Nach einer Zaubershow können Sie sich an jeden einzelnen Effekt erinnern. Nach einem Kabarett-Besuch bleiben nur wenige Momente in Erinnerung. Der Kabarettist rundet ab, setzt Pointen. Der Magier hinterlässt Geheimnisse.

Nach der Begrüßung

Augenkontakt

Suchen Sie möglichst häufig den Augenkontakt. Kein Redner ist langweiliger, als diejenigen, die nun ihre Rede vom Manuskript ablesen. Auch das Ablesen von Folien ist nicht Gewinn-bringend.

Mit den richtigen Techniken lässt sich Ihre Rede Stichwort-artig im Kopf abspeichern.

Dies lässt auch Spielraum zu, während der Rede, lustige und / oder persönliche Momente, Witze, Anekdoten, Zitate u. dgl. einzubinden.
Sprich: Es geht nichts über eine frei gehaltene Rede.

Die Techniken hierzu erlernen Sie beispielsweise in meinem Gedächtnis Seminar. Melden Sie sich noch heute für eines der öffentlich ausgeschriebenen Seminare in Ihrer Nähe an oder holen Sie mich als Seminarleiter, bzw. Redner in Ihr Unternehmen.